Internationale Tagung 2014

18. - 20. September 2014

Programm

Öffentliche Vorträge


 Fotogalerie:

 

konferenz september 1
konferenz september 2

Die gegenwärtige Diskussion zum Thema „Alter“ wird von zwei sich widersprechenden Perspektiven geprägt: Einerseits wird die Lebensphase des Alterns als defizitär, als aufgrund körperlicher Beschwerden und geistigem Abbau als in vielerlei Hinsicht beschränkt wahrgenommen. Andererseits betonen insbesondere die neueren Sichtweisen das aktive Altern und damit die potentielle Innovationskraft Alternder, mit denen Beschränkungen auch im sehr hohen Alter verschoben bzw. aufgehoben werden können. Um diese Widersprüche zu lösen, bedarf es der Erarbeitung eines neuen Konzeptes, dessen Kern ein differenziertes Bild von Alter und Älterwerden bildet. Ein Weg hin zu dieser Neubestimmung stellt die Verbindung von Alter und Älterwerden mit dem Gedanken der „Selbstbeschränkung“ dar, der Ideen wie Verzicht, Askese, Selbstbescheidung und Genügsamkeit, aber auch Selbstkultivierung und Selbsterziehung zusammenfasst.

Die vom Chinazentrum und vom Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel organisierte interdisziplinäre und internationale Tagung will zur Erarbeitung dieses neuen Erklärungsmodells einen maßgeblichen Beitrag leisten, indem sie die beiden in der aktuellen Diskussion unverbundenen Konzepte dezidiert in ein Diskussionsverhältnis setzt.

Um die Diskussion anzustoßen, werden nationale und internationale Expertinnen und Experten nach Kiel eingeladen, welche die Verschränkung von Alter und Selbstbeschränkung aus historischer und aus gegenwartsbezogener Perspektive, zudem aus europäischer und außereuropäischer Perspektive anhand aktueller wissenschaftlicher Methoden und Zugangsweisen erforschen werden. Aufgrund dieser anthropologischen Perspektivierung von Alter und Selbstbeschränkung findet die Tagung in Zusammenarbeit mit dem " Institut für Historische Anthropologie“ statt.

Führende in- und ausländische Vertreterinnen und Vertreter aus der Gerontologie sowie Expertinnen und Experten aus der humanwissenschaftlichen Altersforschung, aber auch Kolleginnen und Kollegen aus den Kulturwissenschaften, die sich dezidiert mit dem Thema „Zurücknahme“ und „Beschränkung“ in europäischen bzw. in außereuropäischen Kontexten beschäftigen, konnten für einen Vortrag gewonnen werden.