Public Lecture: "Feasting on Donkey Skin" by Dr. Natalie Köhle

Am 04.12.2018 hat Dr. Natalie Köhle, Postdoc Research Fellow am Australian Centre on China in the World (CIW), ANU, in ihrem Vortrag „Feasting on Donkey Skin“ über ein höchst aktuelles Phänomen der asiatischen Welt informiert:
Feasting on Donkey Skin

Aus der Haut eines Esels kann Gelatine oder auch Eselshautleim (ejiao 阿膠) gewonnen werden, welches bereits seit über 1500 Jahren ein wichtiger Bestandteil der chinesischen Apotheke ist und als Stärkungsmittel für Blut und andere Körpersäfte gilt. Es kann krankheitsschwachen Patienten als Stärkung der Lebenskraft verschrieben, aber auch von Gesunden als ein vorbeugendes Mittel eingenommen werden.

Der steigende Konsum von Ejiao in Verbindung mit der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft, hat dazu geführt, dass der Eselbestand Chinas sich von 9.4 Millionen zu ca. 6 Millionen (inoffiziellen Schätzungen nach zufolge sogar zu ca. 3 Millionen) verringert hat (Stand 2017).

Die Nachfrage der Ejiao Industrie, die jährlich ca. 4 Millionen Esel verarbeitet, kann nicht mehr vom einheimischen Markt gedeckt werden. Dies führt einerseits dazu, dass China in großen Mengen Esel aus Entwicklungs- und Schwellenländern importiert - mit verheerenden Auswirkungen auf die Bevölkerung dieser Länder, die zu großen Teilen im täglichen Leben von der Arbeitskraft dieser Esel abhängen.

Die große Nachfrage nach Eseln in China hat das Potential, in wenigen Jahren zu einer weltweiten Ausrottung der Esel zu führen.

Andererseits führte dies auch dazu, dass die Ejiao Industrie in China gegenwärtig in Kollaboration mit der Regierung daran arbeitet, den chinesischen Eselbestand zu vergrößern. Dazu werden große Eselsfarmen und Eselszuchtprogramme in China geschaffen.

Dr. Natalie Köhle hat über die Kulturgeschichte dieses chinesischen Heilmittels und seiner Rolle in der Chinesischen Medizin informiert und einen Einblick in die Entwicklung und den Zustand der Eselsfarmen in China vermittelt.

Anschließend regte der Vortrag zu einer spannenden Diskussion dieses ethisch und gesellschaftlich brisanten Themas an.

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